DAS GEDICHT Bd. 22


DAS GEDICHT Bd. 22

Artikel-Nr.: 9783929433760

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»Oh, du prall gefülltes Augapfelobjekt!«

Babette Dieterich über das weiblichste aller Requisiten

Von der Magie der Dinge

Herausgegeben von Anton G. Leitner und Hellmuth Opitz

Die Jahresschrift DAS GEDICHT präsentiert in ihrer 22. Ausgabe hundert poetische Verbeugungen vor den Gegenständen. 92 Lyriker aus zwölf Nationen fassen ihre Faszination am Objekt in lustvolle Verse.

Die Herausgeber Anton G. Leitner und Hellmuth Opitz möblieren mit den schönen Dingen des Lebens neue Räume für die Poesie. Friedrich Ani, Franzobel, Jürg Halter, Odile Kennel, José F. A. Oliver, Ilma Rakusa, Gerhard Rühm, Sabine Schiffner und viele andere wecken die Begeisterung für das begehrte Inventar des Alltags.

»Ich hab mich in eine Musikbox verliebt« – solche und andere poetische Geständnisse beweisen, dass zwischen Dichtern und Dingen Beziehungen bestehen, die weit über einen sachlich-nüchternen Umgang hinausreichen.

Im 22. Jahrgang der Zeitschrift DAS GEDICHT verleihen Poeten starken Stücken starke Stimmen. Vom jüngsten Schriftsteller Leander Beil (*1992) bis zum Altmeister Günter Kunert (*1929) finden sie vielfältige Formen, um ihre Liebe zu den Objekten in Verse zu kleiden. Der »Hymne auf das Weinglas« folgen ein »Sonett auf meinen Kamm« und eine »Ode an die Handtasche«; mit dem »Epitaph auf ein Paar Halbschuhe« jedoch kann eine langjährige Freundschaft auch einmal wehmütig enden …

Von der bedrohten Glühlampe bis zum wohlig wärmenden Kachelofen rückt alles Mögliche ins Zentrum der Begierde, denn die Zuneigung vernetzt Menschen mit Gegenständen. Und wenn die Sammelleidenschaft und der Jagdtrieb erst einmal entfacht sind, wird die Liebe selbst zu einem verrückten kleinen Ding!

 

Der Swing vom Ding
Premiere: 22.10.2014 (München).
Bielefeld (14.2.2015), Literaturtage Heide (7./8.5.2015)

Begleitende Netz-Anthologie »Starke Stücke, starke Stimmen« und Infos rund um DAS GEDICHT auf www.dasgedichtblog.de

 

Nacht zu zweit vor einem TV-Gerät

Wir nehmen die sanfte Sorte Zeit:
ein harmonischer Abend der wegsackt
uns ausschüttet wir liegen da
zum Glück naht der reichlich königsblaue Miniaturhimmel
nur wenig verfälscht
darunter jede Menge großartiges Durcheinander
zwei Pakete Chips wir schaudern beben
mit den unaufhaltsam heftigen Herzen:
Montgomery küßt Audrey
gehn verstohlen den Rundweg
durch unsere stillen Reste ab vollkommen untröstlich
Audreys Emailleaugen und deine leicht
verrutschten Beine Schatz mein Schnipselchen Schlaf
und jetzt ein Schwenk das Objektiv herüberschmuggeln
was für eine Totale

Bianca Döring

 

Fahrkarte

bereitwillig hältst du dich hin
wenn im Schnellzug der Zeit
mit seiner Schicksalszange
der Kontrolleur vorbeikommt
auf seinen Sichtschirm schaut
dir dann die Entwertung
ins Ohrläppchen knipst

Hansjürgen Bulkowski

 

Fünf Fäden tief

Das schwarze Hemd,
schwärzer als Tristans Segel,
als Hamlets Schwermut,
das coolste Fashion-Statement
in deinem Kleiderschrank,
umflattert lässig deinen wohlgenährten Torso,
verleugnet hochmütig die Näherin,
die man im Sweatshop in Bangladesch zwang,
trotz der immer tiefer werdenden Risse
ihre Kunst weiter auszuüben,
die jetzt in violettem Kleid mit rosa Schal
unter mehr als siebentausend
Tonnen Bauschutt liegt.

Richard Dove

 

 


Anton G. Leitner; Foto: Volker Derlath

Anton G. Leitner wurde 1961 in München geboren. Er ist examinierter Jurist und lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Verleger in Weßling (Landkreis Starnberg). Seit 1993 ediert er als ständiger Herausgeber die Zeitschrift DAS GEDICHT und seit 2014 auch deren internationale Tochterausgabe in englischer Sprache (DAS GEDICHT chapbook). Von ihm erschienen neun Lyrikbände, zuletzt »Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgedichte« (2011) sowie »Kopf. Bahnhof« (Künstlerbuch, 2013). Bislang gab er über 35 Anthologien heraus, u. a. im dtv, bei Reclam, Artemis & Winkler, Chrismon und Eichborn. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem »V. O. Stomps-Preis« der Stadt Mainz und dem Kulturpreis »AusLese« der Stiftung Lesen.

 

 

 

 

 

 

 

Hellmuth Opitz; Foto: Isabel Opitz

Hellmuth Opitz wurde 1959 in Bielefeld geboren, wo er auch heute lebt. Er gilt inzwischen als einer der besten deutschen Liebeslyriker. Nach seinen Anfängen als Rock- und Folkmusiker interviewte er für überregionale Musik-Magazine wie »Musikexpress« oder »Rolling Stone« u. a. Aerosmith, Bad Religion und Wim Wenders. Zusammen mit Matthias Politycki und Steffen Jacobs tourte er mit dem Poesieprogramm »Frauen. Naja. Schwierig«, das auch auf CD vorliegt, durch Deutschland. Bislang erschienen von ihm neun Gedichtbände, zuletzt »Die Dunkelheit knistert wie Kandis« (2011) sowie »Aufgegebene Plätze. Verlorene Posten« (Künstlerbuch, 2013).

 

 

 

DAS GEDICHT Bd. 22
Der Swing vom Ding
Die Lust am Objekt

Herausgegeben von Anton G. Leitner und Hellmuth Opitz

ca. 160 Seiten
€ 12,50 [D] / € 12,90 [A] / CHF 18,50 [UVP; CH]
Erscheinungstermin: 20. Oktober 2014
ISBN 978-3-929433-76-0

Erschienen am 20. Oktober 2014 - jetzt bestellen!

Alle Informationen zu DAS GEDICHT 22 zum Download (PDF)

 

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DAS GEDICHT Bd. 22. Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik: Der Swing vom Ding - Die Lust am Objekt erscheint auszugsweise auch in englischer Sprache: DAS GEDICHT chapbook. German Poetry Now (Vol. 2, 2015): Swinging Things. Lustful Objects


Pressefoto: Einzelporträt Anton G. Leitner (Hrsg.) 300dpi (Foto: Volker Derlath)
Pressefoto: Einzelporträt Hellmuth Opitz (Hrsg.) 300dpi (Foto: Isabel Opitz)

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